Am 10.06.2026 soll die Bundeswehr im Rahmen der Karrieremesse wieder an die Universität Trier kommen. Wir als AStA der Universität stellen uns geschlossen der Präsenz der Bundeswehr an unserer Hochschule entgegen!
Allgemein zeigt diese wieder eine stärkere Präsenz an Schulen und Hochschulen in ganz Deutschland, um dort für Jobs im militärischen Bereich zu werben. Diese Entwicklung ist kein Zufall. Angesichts steigender Rüstungsausgaben, einer politischen Zeitenwende und einer zunehmenden Militarisierung gesellschaftlicher Debatten wird gezielt versucht, militärisches Denken als selbstverständlichen und alternativlosen Bestandteil des öffentlichen Lebens und der Politik zu etablieren. Hochschulen sollen dabei als Orte der Nachwuchsgewinnung und Legitimation militärischer Politik dienen. Dem wollen wir ganz klar widersprechen!
Universitäten sind keine Rekrutierungszentren für das Militär und die Bundeswehr ist keine Arbeitgeberin wie jede*r andere. Ihr Zweck ist die militärische Durchsetzung staatlicher machtpolitischer Interessen. Der Soldat*innenberuf beinhaltet die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden und im Ernstfall das eigene Leben sowie das Leben anderer Menschen aufs Spiel zu setzen. Das kritische Denken des Individuums wird minimiert, der blinde Gehorsam gegenüber Obrigkeiten maximiert und das Leben einzelner Menschen rationalisiert und auf Zahlen heruntergebrochen. Charakteristiken, die denen einer Universität als Raum der freien Wissenschaftlichen Entfaltung und des gemeinsamen Forschens im Sinne eines friedlichen gesellschaftlichen Miteinanders, diametral gegenüberstehen.
Diese Realität wird durch die Hochglanzdarstellung, unter anderem auf Karrieremessen, häufig ausgeblendet oder verharmlost. Besonders kritisch sehen wir den Versuch, junge Menschen in einer Zeit von Wohnungsnot, steigenden Lebenshaltungskosten und unsicheren Berufsperspektiven für militärische Laufbahnen zu gewinnen. Wo soziale Sicherheit fehlt, erscheint die Bundeswehr vielen als attraktive Option.
Immer weniger Geld wird in Deutschland für die Wissenschaft bereitgestellt. Immer weniger sozial benachteiligte Studierende werden durch BAföG gefördert. Anstatt Milliarden in Aufrüstung und militärische Strukturen zu investieren, braucht es Investitionen in Bildung, Soziales, Gesundheit und Klimaschutz. Wir setzen uns für eine Universität ein, die sich klar gegen Militarisierung positioniert und stattdessen Räume für kritische Wissenschaft, soziale Gerechtigkeit und eine friedliche Zukunft schafft. Forschung und Lehre sollten dem gesellschaftlichen Fortschritt und der Weiterbildung dienen, nicht der Normalisierung militärischer Ideen.
Deshalb fordern wir: Keine Bundeswehr und keine militärische Forschung an unseren Hochschulen und endlich mehr Geld für die Wissenschaft!