Heute möchten wir uns mit Aktivismus beschäftigen. Was genau bezeichnet überhaupt Aktivismus? Eine kurze Ecosia-Suche spuckt hier eine Vielzahl von Ergebnissen aus, die je nach Themenfeld auch etwas unterschiedliche Blicke auf “Aktivismus” verdeutlichen. Allen gemein ist, dass Aktivist:innen auf informelle Art und Weise ihre Anliegen durchzusetzen versuchen.

Die Bandbreite an Themen ist riesig – quasi jedes politische Feld kann in Frage kommen. Klassische politische Themen aus der Nachhaltigkeitsecke sind dabei die Anti-Atomkraft-Bewegung, Tierschutz, Umweltschutz, Klimaschutz. Aber auch andere Bereiche sind nicht zu vernachlässigen – Anerkennung von Menschen mit Behinderungen, die Black-Lives-Matter-Bewegung oder die intensive Unterstützung von Geflüchteten, der Einsatz für mehr Datenschutz, für Bürger:innenrechte oder Rechtsstaatlichkeit. Diese Auflistung könnte man sehr, sehr lange weiterführen. Aktivismus ist dabei nicht nur ein Mittel Linker, sondern kann aus jedem politischen Spektrum heraus passieren. 

Es gibt eine Vielzahl von verbreiteten Möglichkeiten, wie zum Beispiel Demonstrationen, Blockaden oder auch das klassische Erstellen und Verteilen von Flugblättern – oder heutzutage auch Videos, Sharepics, Blogs etc. Menschen können dabei aber auch zu drastischeren Maßnahmen greifen und Häusern oder – in den letzten Jahren häufiger – Wäldern besetzen. Die drastischsten Formen nehmen bewusst die mögliche Schädigung des eigenen Körpers in Kauf wie zum Beispiel der Hungerstreik, der kürzlich auch von Aktivist:innen von Coloured Rain in Deutschland angewendet worden ist.

Die Vielfalt an Themen und Umsetzungsmöglichkeiten verdeutlicht, dass die Darstellung alleine in einem Text kaum möglich ist. Wir wollten dieses Semester daher eigentlich verschiedene Gruppen (Animal Liberation, Lokale Agenda 21, AG Frieden, Fridays/Students/Scientists For Future, solidarische Landwirtschaft Trier und viele mehr) einladen, damit sie sich und ihren Aktivismus im Rahmen eines Vortrags, einer Diskussion oder auch eines gemeinsamen Essens vorstellen können. Durch die COVID-19-Pandemie und den notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung konnten wir diese Veranstaltungen leider nicht durchführen. Sollte sich im kommenden Wintersemester die Möglichkeit ergeben, wieder Präsenzveranstaltungen in einem passenden Rahmen durchzuführen, möchten wir die Veranstaltungen gerne nachholen. Sollte das nicht möglich sein, versuchen wir, hierfür ein gutes online-Format zu finden.

Morgen werden wir mit der Gruppe “Animal Liberation Trier” anfangen, die über ihren Aktivismus berichten wird.

Zum Abschluss unseren digitalen Sommersemesters möchten wir Euch außerdem noch einen aktivistischen Filmtipp mitgeben: “Awake – A Dream from Standing Rock” Der Film handelt von der Standing Rock Bewegung gegen die Verlegung der Dakota Access Pipeline unter dem Missouri und durch eine Grabstätte der Sioux. Gegen dieses Vorhaben formierte sich die größte Protestbewegung der indigenen Bevölkerung in den USA der letzten Jahrzehnte. Seitens der Protestierenden wurde dabei auf Gewaltfreiheit gesetzt. Die Bewegung wurde dabei auch von nicht-indigenen Menschen unterstützt.