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Nachhaltigkeit

Fair Fashion vs. Fast Fashion – Teil 1 – Was ist Fast Fashion?

Ein(e) durchschnittliche(r)Deutsche(r) kauft pro Jahr 60 Kleiderstücke. Unterschiedliche Studien zeigen, dass 64 % der gekauften Kleidung nicht getragen wird und im Müll landet. Fast Fashion ist aber nicht nur schlecht für die Umwelt, auch die Arbeitsbedingungen sind miserabel. /// An average German buys 60 pieces of clothing per year. Different studies show that 64% of the clothes bought are not worn and end up in the garbage. Fast Fashion, however, does not only have an impact on the environment, also the working conditions are miserable.


Fast Fashion – Was ist daran schlecht?

von Co-Ref. Oksana

English version below

Kleidung ist längst nicht mehr nur zum Schutz vor Kälte und Sonne gedacht, sondern hat einen hohen Stellenwert als Ausdruck unserer Persönlichkeit bekommen. Immer mehr große Kleidungskonzerne wie Zara, H&M, Bershka, C&A, Mango, s.Oliver und andere bemühen sich, den Konsumhunger ihrer Kunden*Innen zu sättigen. So werden pro Jahr bis zu 24 Kollektionen angeboten, was den Konsum enorm steigert: ein(e) durchschnittliche(r) Deutsche(r) kauft pro Jahr 60 Kleiderstücke. Unterschiedliche Studien zeigen, dass 64 % der gekauften Kleidung nicht getragen wird und im Müll landet.
Es ist wichtig, zu beachten, unter welchen Bedingungen diese Kleidung hergestellt wird: Ob die Arbeiter*Innen ein anständiges Gehalt bekommen, ob die technische Ausstattung in den Fabriken den Sicherheitsnormen entspricht und ob keine gesundheitsschädlichen Chemikalien bei der Färbung der Kleidung eingesetzt werden. Diese Fragen sind wichtig, da die Modeindustrie nicht nur zu den größten Umweltverschmutzern gehört, sondern auch zu einer Branche, in der Menschenrechte häufig verletzt werden.

Fast Fashion und Menschenrechtsverletzungen

Viele großen Modekonzerne lassen ihre Kleiderstücke in Ländern des globalen Südens, vor allem in Asien produzieren. Die Produktion in diesen Ländern scheint auf den ersten Blick eine „altruistische Tat“ zu sein, da dabei Arbeitsplätze geschaffen werden. Jedoch sind die Konzerne auf ihre Gewinnmaximierung ausgerichtet. Durch die Produktionsverlagerung wird viel Geld an Arbeitslöhnen, Steuern, Ausgaben für Ressourcen und Kosten für Sicherheitsmaßnahmen eingespart. Die Arbeiter*Innen in den Textilfabriken (mehr als drei Viertel davon sind Frauen), die bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten, bekommen ein Gehalt von ca. 100 Euro pro Monat. Mit diesem Einkommen, für den man in Deutschland ca. drei Jeans kaufen kann, können sie ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten.

Aufgrund der mangelhaften Sicherheitsbedingungen kommt es in den Textilfabriken der internationalen Massenproduktion öfters zu Unfällen. Bei dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza am 24. April 2013 in Bangladesch sind 1127 Mitarbeiter*Innen ums Leben gekommen, 2438 Mitarbeiter*Innen wurden verletzt. Dieses tragische Ereignis hat die weltweite Debatte über Arbeits- und Menschenrechte in der Textilindustrie ausgelöst, obwohl dies nicht der erste Unfall dieser Art war.

Umweltverschmutzung und Fast Fashion

Ein großes Thema ist die mit der Kleiderproduktion einhergehende Umweltausbeutung und -verschmutzung. Zum einem werden Ressourcen wie Wasser (für Baumwollanbau und Produktion von synthetischen Chemiefasern) und Erdöl (für die Herstellung der Chemiefasern) verbraucht. Außerdem werden bei der Säuberung und Färbung von Kleidung schädliche und toxische Stoffe eingesetzt, die nicht nur die Umwelt belasten, sondern auch gesundheitsgefährdend sind. Weiterhin sollte auch die Treibhausgasemissionen erwähnt
werden, die durch den Transport der Kleidung, aber auch durch den Einsatz von Chemikalien anfallen. So entstehen beispielsweise bei der Herstellung eines Longshirt aus Baumwolle 48kg von Treibhausgasen pro kg Produkt, während für die Produktion einer Jeans ca. 7000 Liter Wasser benötigt werden.

Die Second-Hand Lüge

Ungelöst bleibt auch das Problem der Altkleidung. So kommt es vor, dass mit dem besseren Teil von gespendeter Kleidung Geschäfte gemacht werden. Die nicht mehr zum Verkauf geeignete Altkleidung wird in die Länder des globalen Südens exportiert, um dort entweder als Second-Hand-Kleidung verkauft zu werden oder dem Zwecke der humanitären Hilfe zu dienen. Da die Qualität der Kleidung oft sehr schlecht ist, haben 42 Länder, überwiegend in Afrika, Südamerika und Asien, den Import von Altkleidern stark eingeschränkt oder ganz verboten, um die lokale Textilproduktion zu schützen und die Einfuhr von „Müll“ zu verhindern.
Recycling der Altkleidung ist inzwischen häufig teurer als die Produktion von neuen Textilien. All diese Gegebenheiten lassen auf Neokolonialismus schließen, da durch die oben beschriebenen Umstände nicht nur Arbeitskräfte und Ressourcen ausgebeutet werden, sondern auch die lokale Produktion gefährdet wird. Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, faire Arbeitslöhne und nachhaltige Produktion setzen sich auf globaler Ebene Organisationen wie Fair Wear Foundation, Clean Clothes Campaign, FEMNET und Better Cotton Initiative ein. Ebenso kann auf lokaler Ebene und im persönlichen Umfeld viel unternommen werden. Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Fast Fashion – What’s wrong with that?

by Co-Ref. Oksana

Clothing has long since ceased to be intended only to protect us from the cold and sun but has gained a high status as an expression of our personality. More and more large clothing companies such as Zara, H&M, Bershka, C&A, Mango, s.Oliver and New Yorker are trying to satisfy their customers hunger for consumption. They offer up to 24 collections per year. This increases consumption enormously: an average German buys 60 pieces of clothing per year. Different studies show that 64% of the clothes bought are not worn and end up in the garbage. It is important to consider under which conditions these clothes are produced: Whether the workers receive a decent salary, whether the technical equipment in the factories meets the safety standards and whether no harmful chemicals are used in the dyeing of the clothes. These questions are important because the fashion industry is not only one of the biggest polluters, but also one of the industries where human rights are often violated.

Fast Fashion and human rights violations

Many large fashion companies have their garments produced in countries of the global south, especially in Asia. At first glance, production in these countries appears to be an “altruistic act”, as it creates jobs. However, the companies are geared towards maximizing their profits. Relocating production saves a great deal of money in terms of wages, taxes, expenditure on resources, and costs for security measures. The workers in the textile factories (more than three-quarters of them are women), who work up to 12 hours a day, get a salary of about 100 Euro per month. With this amount, for which you can buy about three pairs of jeans in Germany, they cannot make a living. Likewise, one must not forget that for the production of a pair of jeans approx. 7000 liters of water are needed. Due to poor safety conditions, accidents often occur in the textile factories of international mass production. The collapse of the Rana Plaza textile factory in Bangladesh on 24 April 2013 killed 1127 employees and injured 2438 employees. This tragic event triggered the worldwide debate on labor and human rights in the textile industry, although this was not the first accident of this kind.

Pollution and Fast Fashion

A major issue is environmental exploitation and pollution associated with clothing production. On the one hand, resources such as water (for cotton cultivation and production of synthetic man-made fibers) and crude oil (for the production of man-made fibers) are consumed. On the other hand, harmful and toxic substances are used in the cleaning and dyeing of clothing, which not only pollutes the environment but is also hazardous to health. Furthermore, the greenhouse gas emissions caused by the transport of the clothing, but also by the use of chemicals, should also be mentioned. For example, 48 kg of greenhouse gases are produced per kg of a product when a long shirt is made from cotton.

The Second-Hand Lie

The problem of old clothing also remains unsolved. So, it happens that business is done with the better part of donated clothing. The old clothes that are no longer suitable for sale are exported to the countries of the global South, either to be sold there as second-hand clothes or for the purpose of humanitarian aid. Since the quality of the clothing is often very poor, 42 countries, mainly in Africa, South America, and Asia, have severely restricted or completely banned the import of used clothing in order to protect local textile production and prevent the import of “garbage”. All these circumstances suggest neo-colonialism since the circumstances described above not only exploit labor and resources but also endanger local production. Organizations such as the Fair Wear Foundation, Clean Clothes Campaign, FEMNET, and the Better Cotton Initiative are working at a global level to promote decent working conditions, fair wages, and sustainable production. A lot can also be done at the local level and in the personal environment. More on this in the next chapter.

Translated with the help of DeepL

Photos: unsplash.com and The Guardian

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