{"id":407,"date":"2021-02-03T16:01:00","date_gmt":"2021-02-03T16:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/2022.asta-trier.de\/?p=407"},"modified":"2022-03-08T23:08:21","modified_gmt":"2022-03-08T23:08:21","slug":"positionspapier-digitale-lehre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.asta-trier.de\/gb\/stellungnahme\/positionspapier-digitale-lehre\/","title":{"rendered":"Positionspapier zur Digitalen Lehre w\u00e4hrend der Coronapandemie"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 03.02.2020 ver\u00f6ffentlichte der AStA ein Positionspapier, in dem die aktuellen Bedingungen der Digitalen Lehre kritisch gepr\u00fcft werden und davon ausgehend eine Reihe von Forderungen zur Verbesserung ebendieser aufgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-1b4d3522-f7ee-43e9-ba3c-e46d8b61e325\" href=\"https:\/\/www.asta-trier.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/AStA_Positionspapier_Digitale_Lehre.pdf\">Positionspapier Digitale Lehre<\/a><a href=\"https:\/\/www.asta-trier.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/AStA_Positionspapier_Digitale_Lehre.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-1b4d3522-f7ee-43e9-ba3c-e46d8b61e325\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"inhalt\">Inhalt<\/h4>\n\n\n\n<p>Vorwort<br><strong>I. Psychosoziale und Sozio\u00f6konomische Probleme<\/strong><br>1. Einsamkeit und Isolation<br>2. Tagesstruktur und \u201eZoom-Fatigue\u201c<br>3. Technische Voraussetzungen<br>4. Studienfinanzierung<br>5. Forderungen Teil I<br><strong>II. Qualit\u00e4t und Struktur der Lehre<\/strong><br>1. Format der Lehre<br>2. Arbeitsaufwand<br>3. Infrastruktur (Bibliothek, PC-Pool, Arbeitsr\u00e4ume)<br>4. Digitale Medien und Lizenzen<br>5. Ausl\u00e4ndische Studierende<br><strong>III. Datenschutz und Sicherheitsaspekte<\/strong><br>1. My Computer is my Castle. And I\u2019m the king of my Castle!<br>2. Zoom<br>3. Schutz der Privatsph\u00e4re<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"vorwort\">Vorwort<\/h4>\n\n\n\n<p>Der AStA der Universit\u00e4t Trier hat am 06.01.2021 folgendes Positionspapier zur gr\u00f6\u00dftenteils digitalen Lehre w\u00e4hrend der COVID-19 Pandemie verabschiedet. Das Positionspapier richtet sich an Studierende, Lehrende und Verantwortliche in Universit\u00e4tsleitung und Politik gleicherma\u00dfen. Es soll die vielf\u00e4ltigen Probleme und Herausforderungen, vor denen Universit\u00e4tsangeh\u00f6rige w\u00e4hrend der Pandemie stehen, aufzeigen und f\u00fcr ihre Facetten sensibilisieren. Ziel ist es, Lehrenden Problemfelder und Handlungsalternativen aufzuzeigen sowie Studierenden einen Argumentationsrahmen zu bieten, um f\u00fcr ihre Belange eintreten zu k\u00f6nnen. Des Weiteren dient das Positionspapier als Argumentationsgrundlage gegen\u00fcber den Verantwortlichen in Universit\u00e4tsleitung und Landesregierung f\u00fcr die aus Sicht des AStA notwendigen Anpassungen, Nachteilsausgleiche und Ma\u00dfnahmen. Es ist abzusehen, dass auch das Sommersemester 2021 gr\u00f6\u00dftenteils digital stattfinden wird. Studierende erkennen die Notwendigkeit von Ma\u00dfnahmen zur Pandemiebek\u00e4mpfung an und nehmen die von ihnen geforderte Verantwortung wahr. Jedoch gilt f\u00fcr das vergangene Sommersemester, das laufende Wintersemester und das kommende Sommersemester, dass f\u00fcr Studierende trotz Pandemie und digitaler Lehre keine Nachteile entstehen d\u00fcrfen und bestm\u00f6gliche Studienbedingungen gew\u00e4hrleistet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"i-psychosoziale-und-soziookonomische-probleme\">I. Psychosoziale und Sozio\u00f6konomische Probleme<\/h4>\n\n\n\n<p>Die fast ausschlie\u00dflich digitale Lehre in Kombination mit sonstigen pandemiebedingten Einschr\u00e4nkungen hat f\u00fcr Studierende starke psychosoziale Belastungen und Einschr\u00e4nkungen zur Folge. Physical Distancing hat dar\u00fcber hinaus grunds\u00e4tzlich Einfluss auf die psychische und\/oder physische Gesundheit. Besonders betroffen sind Studierende, die ohnehin bereits ihren Alltag mit psychischen wie physischen Erkrankungen bestreiten. Das Studium in der Pandemie ist au\u00dferdem von sozio\u00f6konomischen Problemen gepr\u00e4gt. Die technischen Voraussetzungen sind vielfach nicht gegeben und finanzielle Probleme lassen eine Fokussierung auf das Studium nicht zu. Hier wird das Studium w\u00e4hrend der Pandemie zur sozialen Frage.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"1-einsamkeit-und-isolation\">1. Einsamkeit und Isolation<\/h5>\n\n\n\n<p>In der Pandemie mangelt es an notwendigem Austausch und Unterst\u00fctzung. Regelm\u00e4\u00dfiger und pers\u00f6nlicher Kontakt mit Dozierenden und Studierenden ist in einem Studium unter Normalbedingungen selbstverst\u00e4ndlich und vielfach Voraussetzung f\u00fcr einen Studienerfolg. Lerngruppen, gegenseitige Motivation und Informationsaustausch mit Kommiliton*innen sind hierf\u00fcr unerl\u00e4sslich, jedoch vielfach weggefallen. F\u00fcr Arbeiter*innenkinder ist der Wegfall solcher Kontakte oft besonders nachteilig. Auch Gespr\u00e4chstermine bei Dozierenden und intensive Seminardebatten sind oft nur noch eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Neben den Auswirkungen auf die Studienqualit\u00e4t hat eine zunehmende Isolation nicht selten auch gesundheitliche Folgen. Besonders Studierende mit einer Erkrankung sind hiervon betroffen und k\u00f6nnen das Studium mit ausbleibender Unterst\u00fctzung zum Teil kaum oder gar nicht bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade f\u00fcr Erst- oder Zweitsemester, die nichts anderes kennen als die Digitale Lehre, ist das Kn\u00fcpfen neuer Kontakte nahezu unm\u00f6glich. W\u00e4hrend sonst zahlreiche \u201eErsti\u201c- Veranstaltungen zum gegenseitigen Kennenlernen einladen, ist dies in der digitalen Variante deutlich schwieriger. F\u00fcr Zugezogene, besonders auch ausl\u00e4ndische Studierende, kann sich schnell ein gravierendes Ma\u00df an Vereinsamung und Passivit\u00e4t einstellen. Das Fehlen sozialer und damit unterst\u00fctzender Kontakte reduziert die Qualit\u00e4t des Studiums und kann sich auch auf die Motivation und Leistung der Studierenden auswirken. F\u00fcr ausl\u00e4ndische Studierende kommt der mangelnde kulturelle und sprachliche Austausch hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch anderweitig kann sich der unfreiwillige R\u00fcckzug auf den eigenen Wohnraum problematisch darstellen. So kann die Familienwohnung oder Wohngemeinschaft im Lockdown zu einem studienunfreundlichen Ort werden, in dem sich mit einem \u201eLagerkoller\u201c vergleichbare Situationen entwickeln k\u00f6nnen. Gerade im studentischen Kontext sind die Wohnbedingungen vielfach eng und prek\u00e4r. Grunds\u00e4tzlich ist es problematisch, wenn keine r\u00e4umliche Trennung mehr von Privatem und Studium besteht.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"2-tagesstruktur-und-zoom-fatigue\">2. Tagesstruktur und \u201eZoom-Fatigue\u201c<\/h5>\n\n\n\n<p>Die Pandemie und die Umstellung auf die Digitale Lehre geht h\u00e4ufig mit dem Verlust einer Tagesstruktur einher, welche nicht nur f\u00fcr Studierende mit psychischen Beeintr\u00e4chtigungen wichtig ist, um den Studienalltag zu bew\u00e4ltigen. Ausl\u00f6ser k\u00f6nnen neben dem Ausbleiben eines haltgebenden Campuslebens auch ein pandemiebedingter Verlust von Nebent\u00e4tigkeiten, Hobbys und sozialen Kontakten sein. Ebenso ist die zeitliche Flexibilit\u00e4t der digitalen Lehre ein Grund hierf\u00fcr. Daraus ergibt sich eine zus\u00e4tzliche mentale Belastung, weil eine v\u00f6llig neue Struktur etabliert werden muss. Durch den Verlust von Nebent\u00e4tigkeiten und privaten Ausgleichsm\u00f6glichkeiten, fehlt zudem ein zentraler Baustein des t\u00e4glichen Lebens, der wichtige soziale Aspekte erf\u00fcllt. Haben Studierende ohnehin schon in ihrem regul\u00e4ren Studienalltag Konzentrations- und Organisationsschwierigkeiten, f\u00e4llt deren Leistungsf\u00e4higkeit in der Ausnahmesituation oft deutlich unter das bisherige Niveau zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch beim Thema Tagesstruktur stellt sich die Problematik von Isolation und prek\u00e4ren Wohnsituationen. Mit Blick auf neue zeitliche Dynamiken in der digitalen Lehre soll an dieser Stelle betont werden, dass das Recht von Studierenden auf planbare Arbeitszeiten, angemessene Pausen und einen \u201eFeierabend\u201c nicht dem neuen digitalen Alltag zum Opfer fallen darf (siehe TEIL 3 \u2013 Qualit\u00e4t der Lehre).<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren kommt es durch eine deutlich gesteigerte Nutzung von Laptops o.\u00e4. zu einer enorm erh\u00f6hten \u201eBildschirmzeit\u201c. Auch, weil w\u00e4hrend der Pandemie nicht nur das Studium, sondern auch Treffen mit Freunden und Familie oder sonstige Freizeitbesch\u00e4ftigungen und Ehren\u00e4mter vielfach Online stattfinden. Neben gesundheitlichen Auswirkungen (z.B. Migr\u00e4ne oder Beeintr\u00e4chtigungen der Augen) sind Symptome wie Ersch\u00f6pfung und Interessensverlust vielfach beschriebene und anerkannte Ph\u00e4nomene.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"3-technische-voraussetzungen\">3. Technische Voraussetzungen<\/h5>\n\n\n\n<p>Grundlegend ist festzuhalten, dass viele Studierende nicht die notwendigen Voraussetzungen f\u00fcr eine angemessene Teilhabe an der digitalen Lehre haben. Offenkundig sind M\u00e4ngel in der digitalen Infrastruktur. So ist vielfach keine ausreichende Breitbandanbindung gegeben. Neben dem schlecht angebundenen l\u00e4ndlichen Raum (an der Universit\u00e4t Trier ein relevanter Faktor, da viele Studierende die Pandemie in ihrem Elternhaus verbringen) sind hier vor allem \u00fcberlastete Leitungen in Mietsh\u00e4usern, Wohnheimen und Wohngemeinschaften zu nennen. Doch nicht nur hier wird die soziale Dimension relevant. Eine ausreichende Internetverbindung und vor allem die Ausstattung mit elektronischen Endger\u00e4ten ist vielfach eine Frage des Budgets. Neben den pandemiebedingten finanziellen Problemen vieler Studierender sei hier auf die Benachteiligung von Betroffenen aus einkommensschwachen Familien verwiesen (siehe Punkt 4). Eine ausreichende private Ausstattung mit den technischen Erfordernissen kann und darf nicht vorausgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"4-studienfinanzierung\">4. Studienfinanzierung<\/h5>\n\n\n\n<p>Zwei Drittel der Studierenden in Deutschland gehen einem Nebenjob nach, um ihr Studium zu finanzieren <a href=\"http:\/\/www.sozialerhebung.de\/download\/21\/Soz21_hauptbericht.pdf\">(1)<\/a>. Ca. 40% haben diesen in der Pandemie verloren <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/newsticker\/liveblog-coronavirus-dienstag-117.html#Umfrage-40-Prozent-der-Studierenden-verlieren-Job-wegen-Corona\">(2)<\/a>. Dar\u00fcber hinaus ist f\u00fcr viele Studierende pandemiebedingt die finanzielle Unterst\u00fctzung der Eltern weggebrochen, auf die viele angewiesen sind. Vor dem Hintergrund, dass nur noch ca. 12% der Studierenden BAf\u00f6G bezieht wird klar, dass das Finanzierungssystem, wie es besteht, nicht mehr funktionier <a href=\"https:\/\/www.bafoeg-rechner.de\/Hintergrund\/art-2416-bafoeg-statistik-2019.php\">(3)<\/a>. Betroffene Studierende waren in der Pandemie mit finanziellen Sorgen besch\u00e4ftigt und mussten neue Finanzierungswege suchen. Viele standen vor gravierenden Notlagen und mussten den Weg in die Verschuldung oder sogar den Studienabbruch gehen. Hintergrund hierf\u00fcr sind u.a. die mangelhaften \u201e\u00dcberbr\u00fcckungshilfen\u201c, die das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) parallel zu den (vom BMBF eigentlich bevorzugten) Krediten der Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) aufgelegt hatte. Die Kritik an den Ma\u00dfnahmen wurde von einem gro\u00dfen bundesweiten B\u00fcndnis von Studierendenvertretungen in einem offenen Brief <a href=\"https:\/\/www.lak-rlp.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Offener_Brief_Studieren_iZv_Corona_RLP.pdf\">(4)<\/a> aufgegriffen. Besonders betroffen sind auch internationale Studierende, welche kein BAf\u00f6G beziehen k\u00f6nnen und f\u00fcr ihr Visum Finanzierungsnachweise vorlegen m\u00fcssen. Vor dem Hintergrund von Finanzierungssorgen, Existenz- und Verschuldungs\u00e4ngsten war f\u00fcr viele Studierende nicht an ein Studium im Regelverlauf zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur hier wird klar, dass die Pandemie zu einer sozialen Frage wird und Probleme der Bildungsgerechtigkeit versch\u00e4rft und in den Fokus ger\u00fcckt werden. Besonders betroffen sind hier h\u00e4ufig Arbeiter*innenkinder, welche besonders von Nebeneink\u00fcnften abh\u00e4ngig sind und mangels finanzieller Unterst\u00fctzung durch die Eltern auch besonders von Studienabbr\u00fcchen bedroht sind. Eine Dunkelziffer sind diejenigen aus dieser Gruppe, die sich auf Grund der Pandemie erst gar nicht f\u00fcr ein Studium entscheiden. Aber auch in der digitalen Lehre ist diese Gruppe, wie bereits in Punkt 1 erw\u00e4hnt, oft besonders betroffen. Sei es der mangelnde Austausch im Studium, prek\u00e4re Wohnsituationen oder fehlende technische Ausstattung. Somit ist eine Verbesserung der Studienbedingungen w\u00e4hrend Corona auch notwendig, um einen pandemiebedingten Abbau von Bildungsgerechtigkeit zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"5-forderungen-teil-i\">5. Forderungen Teil I<\/h5>\n\n\n\n<p>Um psychosozialen Belastungen und sozio\u00f6konomischen Problemen entgegenzutreten, fordert der AStA der Universit\u00e4t Trier die Umsetzung von \u201eKann-Semestern\u201c f\u00fcr die gesamte Pandemie. Studierenden muss die M\u00f6glichkeit gegeben werden zu studieren und Leistungspunkte erwerben zu <em>k\u00f6nnen<\/em>. F\u00fcr Studierende, die dies nicht tun, sollte kein Nachteil entstehen. Hierbei reicht die Pandemie als solche als Begr\u00fcndung aus. Eine Einzelfallpr\u00fcfung ist nicht angemessen. Die Forderung des AStA ist \u00fcbereinstimmend mit denen des bundesweiten B\u00fcndnisses Solidarsemester. Um die Forderung umzusetzen ben\u00f6tigt es:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Erh\u00f6hung der Regelstudienzeit f\u00fcr das Wintersemester 2020\/2021 (und Sommersemester 2021): Hintergrund ist neben Fristen von Stipendien o.\u00e4. die, an die Regelstudienzeit gekoppelte, F\u00f6rderh\u00f6chstdauer des BAf\u00f6G. Der AStA begr\u00fc\u00dft sowohl sehr, dass sich das Land im Sommer f\u00fcr eine entsprechende Gesetzes\u00e4nderung entschieden hat, als auch das Engagement der Universit\u00e4t Trier in dieser Sache. Nun muss die Regelung auch f\u00fcr die gesamte Pandemiedauer fr\u00fchzeitig auf Landesebene umgesetzt werden. Der ausbleibende Regelungswille des BMBF diesbez\u00fcglich darf nicht erneut f\u00fcr Verz\u00f6gerungen sorgen. Hier kann die Universit\u00e4t erneut mit einem entsprechenden Senatsantrag voranschreiten.<\/li><li>Die Einf\u00fchrung von zus\u00e4tzlichen Fehlversuchen: Studierende sollen ermutigt werden trotz Pandemiebedingungen Pr\u00fcfungen anzutreten, ohne dass ihnen Nachteile daraus erwachsen k\u00f6nnen. Die Universit\u00e4t hatte sich (nach entsprechendem Antrag aus der Studierendenschaft im Senat) gegen eine derartige Regelung entschieden, obwohl sie den Regelungsbedarf gesehen hatte. Hintergrund waren formale Bedenken, wonach Studierende, die bereits Pr\u00fcfungsleistungen abgelegt hatten, ungleich behandelt worden w\u00e4ren. Diese Auffassung teilt der AStA nicht, kommt dies doch einer Gleichbehandlung im Unrecht gleich. Andere Hochschulen des Landes, wie die Universit\u00e4t Mainz und die Universit\u00e4t Koblenz-Landau hatten diese Bedenken ebenfalls nicht geteilt und f\u00fcr das Sommersemester entsprechende Regelungen erlassen. Die Universit\u00e4t soll eine entsprechende Regelung r\u00fcckwirkend f\u00fcr das Sommersemester pr\u00fcfen sowie f\u00fcr das laufende Semester umsetzen. Auch die Landesregierung hatte eine derartige Regelung begr\u00fc\u00dft, dies aber der Autonomie der Hochschulen \u00fcberlassen.<\/li><li>Fristen-Freiheit: Wir begr\u00fc\u00dfen es sehr, dass die Universit\u00e4t Trier hier bereits vorangegangen ist. R\u00fccktrittsfristen f\u00fcr Pr\u00fcfungen und Wiederholungsfristen wurden \u00fcber die Corona-Pr\u00fcfungsordnung angepasst. Auch dies gilt es f\u00fcr den Rest der Pandemie zu verstetigen. Ebenso w\u00fcrde es der AStA begr\u00fc\u00dfen, w\u00fcrde die Verl\u00e4ngerung der Fristen f\u00fcr Pr\u00fcfungsleistungen wie im Sommersemester wiedereingesetzt.<\/li><li>Angemessene Finanzhilfen des Bundes durch eine \u00d6ffnung des BAf\u00f6G. Ohnehin muss das BAf\u00f6G System grundlegend reformiert werden und im Zuge dessen um eine Digitalpauschale erh\u00f6ht werden. Alternativen aus Landesmitteln m\u00fcssen ebenso gepr\u00fcft werden und L\u00f6sungen f\u00fcr die prek\u00e4re Personalsituation am BAf\u00f6G Amt an der Universit\u00e4t Trier gefunden werden. Auch f\u00fcr internationale Studierende m\u00fcssen ausreichende Finanzhilfen geschaffen werden. Die Finanzierungsnachweise f\u00fcr Visa m\u00fcssen ausgesetzt und die Anmeldung von Selbstst\u00e4ndigkeit generell erlaubt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem kann die Universit\u00e4t durch folgende Ma\u00dfnahmen die Studienbedingungen in der Pandemie verbessern. Der AStA fordert darum:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Den Ausbau der psychologischen Beratungsangebote. Auch wenn Angebote wie das Campusohr aus der Psychologie einen wichtigen Beitrag liefern, sehen wir die Verantwortung auf Seiten der Universit\u00e4t. Hierf\u00fcr muss das Land zus\u00e4tzliche Mittel bereitstellen.<\/li><li>St\u00e4rkere Vernetzung von Studierenden. Dies k\u00f6nnen zum einen Dozierende anregen, in dem sie den Austausch in best\u00e4ndigen Gruppen erm\u00f6glichen und f\u00f6rdern. Zum anderen kann die Universit\u00e4t hier durch das Auflegen eines Pat*innenprogramms helfen. Im kommenden Semester m\u00fcssen angemessene Alternativen f\u00fcr die Orientierungswoche umgesetzt werden.<\/li><li>Die Verbesserung der Qualit\u00e4t und Struktur der Digitalen Lehre. Ausf\u00fchrungen hierzu sind Teil II zu entnehmen:<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"ii-qualitat-und-struktur-der-lehre\">II. Qualit\u00e4t und Struktur der Lehre<\/h4>\n\n\n\n<p>Neben der sicherzustellenden Qualit\u00e4t der Lehre kommt der Ausgestaltung der digitalen Lehre auch bei der Entsch\u00e4rfung von psychosozialen Belastungen und sozio\u00f6konomischen Problemen eine entscheidende Rolle zu. Der AStA der Universit\u00e4t Trier fordert darum in Bezug auf die digitale Lehre folgendes:<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"1-format-der-lehre\">1. Format der Lehre<\/h5>\n\n\n\n<p>Die Umsetzung digitaler Formate stellen Dozierende und Studierende vor besondere Herausforderungen. Ziel sollte es sein, das Format m\u00f6glichst gleichwertig zu \u00fcbertragen. Das blo\u00dfe Bereitstellen von Folien oder Skripten ist hierbei nicht ausreichend und inakzeptabel. Vor dem Hintergrund der Freiheit der Lehre, kann die Universit\u00e4tsleitung hier prim\u00e4r appellativ aktiv sein. Umso wichtiger ist es, dass Studierende hier selbst auf Missst\u00e4nde aufmerksam machen. Jedoch ist f\u00fcr Studierende ohne ausreichend schnelle Internetverbindung eine Alternative zur synchronen Lehre als Angebot durchaus begr\u00fc\u00dfenswert.<\/p>\n\n\n\n<p>Um genannte Belastungen minimieren zu k\u00f6nnen, sollen Vorlesungen grunds\u00e4tzlich aufgezeichnet und asynchron bzw. hybrid gehalten werden. W\u00e4hrend die Bewahrung des Diskurses wichtig ist und darum langfristig der Pr\u00e4senzcharakter von Seminaren erhalten bleiben muss, so ist die Aufzeichnung von Vorlesungen auch unabh\u00e4ngig von der Pandemie im Sinne eines barrierefreien und sozialvertr\u00e4glichen Studiums.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"2-arbeitsaufwand\">2. Arbeitsaufwand<\/h5>\n\n\n\n<p>Die Arbeitsbelastungen in der digitalen Lehre sind enorm gestiegen. Bereits die BolognaReform bef\u00f6rderte eine weitreichende Verschulung der Universit\u00e4t. Mit der digitalen Lehre hat sich dieser Trend fortgesetzt. Dozierende kompensieren die Pr\u00e4senzlehre vielfach durch eine enorm gestiegene Zahl von Teilaufgaben, sprich Hausaufgaben. In vielen Seminaren sind viele Studienleistungen zu erbringen, die einem Schulunterricht \u00e4hnlicher sind als einem universit\u00e4ren Studium. Die Selbstst\u00e4ndigkeit und Eigenverantwortlichkeit, an die immerzu appelliert wird, scheint hier unwichtig, geht es doch um die Rechtfertigung von Creditpoints. Die entstandene Mehrfachbelastung durch einen gesteigerten Arbeitsaufwand (dessen Legitimit\u00e4tsgrundlage ohnehin sehr zweifehlhaft ist) versch\u00e4rft die psychosozialen Belastungen und sozio\u00f6konomischen Probleme. W\u00e4hrend die Universit\u00e4tsleitung dies bereits erkannt hat und vielfach bereits nachgesteuert wurde, besteht hier noch immer Handlungsbedarf, weswegen wir fordern diese Verschulung zu stoppen und die Menge an Studienleistungen abzubauen. Die Zunahme alternativer und kreativer Studienleistungen z.B.: Podcast Folgen oder YouTube-Videos sind grunds\u00e4tzlich begr\u00fc\u00dfenswert. Jedoch ist mit Blick auf die Arbeitsbelastung, aber auch unter Beachtung der nicht garantierbaren technischen Voraussetzungen und datenschutzrechtlicher Aspekte, wichtig, dass immer auch ein gleichwertiges \u201etraditionelles\u201c Format m\u00f6glich sein sollte. Die pers\u00f6nliche Entscheidung der Studierenden darf ihnen nicht zu ihrem Nachteil gereichen, noch sollten sie durch mangelnde Alternativen unter Druck gesetzt werden. Grunds\u00e4tzlich sollten Dozierende auch darin geschult werden, nicht-\u00f6ffentliche Plattformen wie z.B. den digitalen Campus des Landes RLP zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Zunahme des Umfangs der Arbeitsauftr\u00e4ge hatte die digitale Lehre auch Auswirkung auf deren Frequenz sowie der Kommunikation zwischen Dozierenden und Studierenden im Allgemeinen. Das digitale Studium erfordert erst recht, dass hier eine Disziplin auf beiden Seiten gewahrt werden muss. E-Mails mit Hinweisen und Arbeitsauftr\u00e4gen sollten, wenn \u00fcberhaupt, zu den Seminarzeiten erfolgen. Es ist wichtig, dass durch die digitale Lehre keine Dauer-Verf\u00fcgbarkeit gefordert wird und dass Studierende ihren Arbeitsaufwand einsch\u00e4tzen und einplanen k\u00f6nnen. Ebenso wichtig ist, gerade vor dem Hintergrund psychosozialer Aspekte, dass die Freizeit als solche gewahrt bleibt (Siehe Teil 1).<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"3-infrastruktur-bibliothek-pc-pool-arbeitsraume\">3. Infrastruktur (Bibliothek, PC-Pool, Arbeitsr\u00e4ume)<\/h5>\n\n\n\n<p>Es ist anzuerkennen, dass sich die Nutzung der Bibliothek nach den geltenden CoronaBek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen richten muss. Eine geschlossene oder eingeschr\u00e4nkt ge\u00f6ffnete Bibliothek bedeutet jedoch eine massive Einschr\u00e4nkung f\u00fcr das Studium in all seinen Facetten. Umso mehr besteht hier der Bedarf nach umfangreichen Nachteilsausgleichen. Wir fordern, dass stets der gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Umfang des Angebots realisiert wird. Die Bibliothek bietet mit Hygienekonzepten ausreichende M\u00f6glichkeiten f\u00fcr angemessene L\u00f6sungen. Wir sind der Ansicht, dass die Bibliothek sowohl durch den Gesetzgeber, als auch die Universit\u00e4t in der Auslegung, als Kern der Universit\u00e4t nach besonderen Ma\u00dfst\u00e4ben behandelt werden muss und nicht leichtfertig geschlossen oder eingeschr\u00e4nkt werden darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gilt ebenso f\u00fcr die PC-Pools und Arbeitspl\u00e4tze. Die Schlie\u00dfung bzw. Einschr\u00e4nkung dieser, wirken sich vor allem nachteilig auf Personen aus, die nicht selbst \u00fcber die technischen Vorrausetzungen oder Lernr\u00e4ume verf\u00fcgen. Alternativ zu ge\u00f6ffneten PC-Pools m\u00fcssen Landesmittel f\u00fcr eine ausreichende Ausstattung aller Studierenden bereitgestellt werden und beispielswiese eine Computerb\u00f6rse durch die Universit\u00e4t geschaffen werden. Freie Seminarr\u00e4ume m\u00fcssen mit Hygienekonzept f\u00fcr Betroffene ge\u00f6ffnet werden, um zumindest eine angemessene Lernatmosph\u00e4re und Internetverbindung gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. Informationen \u00fcber die aktuell geltenden M\u00f6glichkeiten und Einschr\u00e4nkungen m\u00fcssen noch klarer kommuniziert werden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"4-digitale-medien-und-lizenzen\">4. Digitale Medien und Lizenzen<\/h5>\n\n\n\n<p>Eine positive Entwicklung der digitalen Lehre ist der Einkauf von Lizenzen f\u00fcr E-Medien aller Art. Gerade in F\u00e4chern wie z.B. Jura in denen chronischer Buchmangel herrscht, ist es essenziell, einen digitalen Zugang zu Lernmitteln zu schaffen. Dies macht teilweise auch den Aufenthalt in der Bibliothek nicht mehr n\u00f6tig, da so auch Ausgaben des Pr\u00e4senzbestandes einsehbar w\u00e4ren. Perspektivisch sollte man die Lehre auch nach Corona st\u00e4rker durch dauerhaft verf\u00fcgbare digitale Medien erg\u00e4nzen und Lizenzen erwerben, um eine gute Versorgung der Studierenden mit Lernmitteln sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"5-auslandische-studierende\">5. Ausl\u00e4ndische Studierende<\/h5>\n\n\n\n<p>Die Digitale Lehre stellt ausl\u00e4ndische Studierende vor besondere Herausforderungen, die zu ber\u00fccksichtigen sind. Onlineveranstaltungen stellen f\u00fcr die Interaktion eine besondere H\u00fcrde dar und eine ausreichende Beteiligungsm\u00f6glichkeit sowie Ein\u00fcbung der Sprache bleibt vielfach aus. Auch die akustische Qualit\u00e4t der Lehrveranstaltungen spielt eine enorme Rolle, wenn es um Zweitsprachen geht. Bei Aufzeichnungen fehlt hier zudem die M\u00f6glichkeit direkter Verst\u00e4ndnisfragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es mangelt zudem an ausreichender fremdsprachiger Literatur und E-Medien f\u00fcr internationale Studierende, um das Studium zu bestreiten. Auch bei der Nutzung der Bibliotheksangebote m\u00fcssen Barrieren durch noch bessere englische bzw. internationale Einf\u00fchrungen erm\u00f6glicht werden, gerade wenn sie aktuell vor allem digital genutzt wird. Auch wenn das Erlernen der deutschen Sprache durchaus Teil des Studiums im Ausland ist, sollten zumindest gen\u00fcgend Beratungsm\u00f6glichkeiten geschaffen werden, um sich auch ohne Sprachkenntnisse zurechtzufinden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"iii-datenschutz-und-sicherheitsaspekte\">III. Datenschutz und Sicherheitsaspekte<\/h4>\n\n\n\n<p>Neben psychosozialen und sozio\u00f6konomischen Facetten und der Ausgestaltung der digitalen Lehre k\u00f6nnen datenschutzrechtliche Aspekte nebens\u00e4chlich erscheinen. Jedoch ist die Integrit\u00e4t pers\u00f6nlicher Daten und Systeme in einer digitalen Gesellschaft zu einem ebenso zentralen wie wichtigem Gut geworden, das auch in Ausnahmesituation nicht ausgehebelt werden darf.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"1-my-computer-is-my-castle-and-i-m-the-king-of-my-castle\">1. My Computer is my Castle. And I\u2019m the king of my Castle!<\/h5>\n\n\n\n<p>Allgemein ist der Grundsatz festzuhalten, dass jeder PC sein eigenes System mit eigener Integrit\u00e4t ist und jede Installation von Software ein elementarer Eingriff darin ist. Hierbei werden sowohl datenschutz- als auch sicherheitstechnische Aspekte im h\u00f6chstprivaten Lebensbereich ber\u00fchrt. In einer digitalen Lehre, die fast ausschlie\u00dflich durch private Endger\u00e4te bestritten wird, ist dies von akuter Relevanz. Eine Installation von Software sollte darum in der Regel ein \u201ekann\u201c und kein \u201emuss\u201c sein. Eine Alternative hierzu w\u00e4re der Ausbau der Nutzungsm\u00f6glichkeiten der PC-Pools. In der Realit\u00e4t der behelfsm\u00e4\u00dfigen digitalen Lehre sieht dies oft anders aus, was punktuell nachvollziehbar ist. Dennoch muss der hier formulierte Grundsatz den Leitrahmen bilden.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Veranstaltungen nutzen eine Vielzahl von Plattformen und Software, die erforderlich sind, um die Veranstaltung zu absolvieren. Neben dem Aspekt, dass diese Vielfalt nutzerunfreundlich ist, kann dies zu erheblichen Schwierigkeiten wie \u00dcberlastungen, Sicherheitsl\u00fccken oder Defekten f\u00fchren. Alter oder Voreinstellungen des Ger\u00e4ts k\u00f6nnen die Nutzung teils komplett unm\u00f6glich machen. Technischer Support sollte in jedem Fall gew\u00e4hrleistet werden k\u00f6nnen. Grunds\u00e4tzlich ist anzustreben, sich in der Auswahl universit\u00e4tweit auf wenige, aber etablierte Plattformen und Programme zu beschr\u00e4nken. Zus\u00e4tzliche Angebote sind zu begr\u00fc\u00dfen, m\u00fcssen aber diesen Angebotscharakter tats\u00e4chlich erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"2-zoom\">2. Zoom<\/h5>\n\n\n\n<p>Die Videokonferenzsoftware \u201eZoom\u201c ist momentan zentraler Bestandteil der digitalen Lehre an der Universit\u00e4t. Die Wahl von Zoom ist vor dem Hintergrund nachvollziehbar, dass es sich als eine der leistungsst\u00e4rksten Plattformen erwiesen hat und die Nutzung in der Pandemie kurzfristig umsetzbar war. Dennoch ist Zoom nicht alternativlos. In der Auswahl eines Konferenztools sollten unter anderem auch Aspekte des Datenschutzes miteinbezogen werden. Zu solchen Erw\u00e4gungen z\u00e4hlen Fragen nach der Erhebung, dem Verbleib und der Verarbeitung von Daten. Es gibt vielerlei Anforderungen an datenschutzkonforme Kommunikation, von denen letztlich die einzelnen Nutzer*innen profitieren. Zoom schneidet in der Gesamtwertung im Umgang mit Nutzer*innendaten nicht gut ab: Eine Analyse der Lizenzbedingungen durch den Berliner Beauftragten f\u00fcr Datenschutz und Informationsfreiheit zeigt, dass bei der Nutzung unzul\u00e4ssigerweise nicht ausgeschlossen wird, dass Daten in Zukunft an noch nicht n\u00e4her bestimmte Verarbeiter gelangen k\u00f6nnten. Weiter bem\u00e4ngelt der Beauftragte auch den Umgang mit der L\u00f6schung von Daten, die nach dessen Auffassung nicht DSGVO konform ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Seiten der Universit\u00e4t wird in diesem Kontext auf die eigene, gesonderte Zoom-Lizenz hingewiesen, welche datenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht werden w\u00fcrde. Verfolgt man jedoch die Datenwege der Software nach, so stellt man fest, dass bei der Nutzung Daten in die USA verschickt werden. Da es sich bei Zoom Video Communications (der Anbieterfirma der Software) um ein Unternehmen aus Kalifornien handelt, verwundert dies nicht. Problematisch ist zudem, dass die zur Datenverarbeitung bestimmten Server f\u00fcr Zoom durch Amazon zur Verf\u00fcgung gestellt (gehostet) werden. Auch im Kontext datenschutzrechtlicher Bedenken, ist in Bezug auf Zoom (und Amazon) auf die Problematik von Monopolbildungen in der Datenverarbeitung durch Unternehmen hinzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Alternative ist Zoom sukzessive durch sicherere Open Source Programme wie Big Blue Button zu ersetzen, welches kostenlos ist und weniger Sicherheitsl\u00fccken enth\u00e4lt. Hierbei steht die Instanz des Virtuellen Campus RLP zur Verf\u00fcgung, dessen Leistungskapazit\u00e4ten durch das Land ausgebaut werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"3-schutz-der-privatsphare\">3. Schutz der Privatsph\u00e4re<\/h5>\n\n\n\n<p>Die Wohnung ist Teil der pers\u00f6nlichen Privatsph\u00e4re und ihre Unverletzlichkeit ist grundgesetzlich verankert. Ebenso verf\u00fcgt nicht jede*r Studierende \u00fcber eine eigene Kamera. Aus diesem Grund besteht bekannterma\u00dfen zu keiner Zeit eine Pflicht in Veranstaltungen jeder Art die Kamera anzuschalten. Seminare, in denen die Teilnehmenden ihre Kamera anschalten, sind w\u00fcnschenswert, da es oft zu einem besseren Arbeitsklima beitr\u00e4gt. Dennoch darf weder dazu aufgefordert werden, noch d\u00fcrfen Studierenden Nachteile entstehen, falls dem nicht nachgekommen wird. Hier bedarf es einer fairen Kommunikation auf Augenh\u00f6he: Lehrende k\u00f6nnen f\u00fcr die Nutzung von Kameras werben, jedoch darf zu keiner Zeit eine Pflicht hierzu suggeriert oder indirekt erwirkt werden. Dass derartige Praxis weiterhin vorkommt ist inakzeptabel. Selbes gilt f\u00fcr Anwesenheitspflichten. Diese wurden f\u00fcr die Dauer der Pandemie ausgesetzt und d\u00fcrfen folglich nicht kontrolliert werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"quellen\">Quellen<\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.sozialerhebung.de\/download\/21\/Soz21_hauptbericht.pdf\">(1) http:\/\/www.sozialerhebung.de\/download\/21\/Soz21_hauptbericht.pdf<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/newsticker\/liveblog-coronavirus-dienstag-117.html#Umfrage-40-Prozent-derStudierenden-verlieren-Job-wegen-Corona\">(2) https:\/\/www.tagesschau.de\/newsticker\/liveblog-coronavirus-dienstag-117.html#Umfrage-40-Prozent-derStudierenden-verlieren-Job-wegen-Corona<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.bafoeg-rechner.de\/Hintergrund\/art-2416-bafoeg-statistik-2019.php\">(3) https:\/\/www.bafoeg-rechner.de\/Hintergrund\/art-2416-bafoeg-statistik-2019.php<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.lak-rlp.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Offener_Brief_Studieren_iZv_Corona_RLP.pdf\">(4) https:\/\/www.lak-rlp.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Offener_Brief_Studieren_iZv_Corona_RLP.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 03.02.2020 ver\u00f6ffentlichte der AStA ein Positionspapier, in dem die aktuellen Bedingungen der Digitalen Lehre kritisch gepr\u00fcft werden und davon ausgehend eine Reihe von Forderungen zur Verbesserung ebendieser aufgestellt werden. Inhalt VorwortI. Psychosoziale und Sozio\u00f6konomische Probleme1. Einsamkeit und Isolation2. Tagesstruktur und \u201eZoom-Fatigue\u201c3. Technische Voraussetzungen4. Studienfinanzierung5. Forderungen Teil III. Qualit\u00e4t und Struktur der Lehre1. 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