Exkurs: Elektronische Geräte

von Co-Ref. Alina

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Dank der andauernden Globalisierung und Auslagerung von Produktionsstätten wird der Elektronikmarkt regelmäßig mit einer Flut neuer Produkte überschwemmt. Aber was genau wird eigentlich für das neues Smartphone oder die neue Spielekonsole benötigt? Wie wirkt sich mein Kaufverhalten von Elektronik auf die Umwelt aus und vor allem: Was tun, wenn der Laptop den Geist aufgegeben hat?

Wie bei vielen Themen rund um Konsum gibt es auch hier zahlreiche Teilgebiete, von Herstellung, Arbeitsbedingungen, Transport bis hin zu Entsorgung, die bei genauerer Betrachtung fragwürdig erscheinen; Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die Beleuchtung von Produktion und Recycling elektronischer Waren.

Produktion

Ein Großteil der elektronischen Produkte wird derzeit im asiatischen Raum hergestellt, vor allem in China. Durch dieses Outsourcing können Produktionskosten eingespart werden und der Gewinn für das Unternehmen wird so maximiert. Die bis zu 700 verschiedenen benötigten Rohstoffe (bspw. Kupfer, Gold und Aluminium) werden vor allem in Ländern des globalen Südens abgebaut, deren Förderung z. T. mit großem Aufwand und weitreichenden Folgen verbunden sind.

Umwelteinflüsse

Die Rohstoffgewinnung zieht auch für die Umwelt verheerende Folgen nach sich. So fallen bspw. für eine Tonne Kupfer 200 Tonnen Schutt an, der oftmals giftige Stoffe, wie Blei und Arsen, beinhaltet. Ebenso werden giftige Stoffe zur eigentlichen Gewinnung benötigt, etwa das extrem giftige Zyanid bei der Goldförderung.

Auch in der Weiterverarbeitung finden giftige Chemikalien erneut Einsatz, die nicht nur während der Anwendung negativ auf die Umwelt einwirken, sondern erneut bei ihrer Verschrottung, da diese toxischen Stoffe hier z. T. wieder freigesetzt werden.

Die verwendeten Chemikalien gelangen in die Umwelt, verschmutzen das Wasser und vergiften die Umwelt. Auch die Absenkung des Grundwasserspiegels in diesen Gebieten ist ein weiteres Problem, das die Austrocknung von Seen und Flussläufen zur Folge hat. Die landwirtschaftliche Nutzung auch weiter entfernter Gebiete ist von diesen Auswirkungen betroffen, ebenso die direkte Wasserversorgung der Bevölkerung. Auch gesundheitliche Probleme für Arbeiter und Anwohner gehen damit einher. Die Lebensqualität der gesamten Region leidet.

Arbeitsumstände

Bei der Förderung von Rohstoffen werden häufig Kinder als Arbeitskräfte eingesetzt. Die Arbeiter müssen die anstrengenden Aufgaben ohne ausreichende Schutzmaßnahmen und mit fehlender Schutzkleidung verrichten. Ebenso werden sie nicht über bestehende Gefahren und gesundheitliche Folgen aufgeklärt und erhalten nur einen sehr geringen Lohn. Durch Korruption und Steuerflucht erzielen die verantwortlichen Unternehmen eine sehr große Gewinnspanne – weder Unternehmen noch die Regierung sehen es in ihrer Verantwortung menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Bei der Produktion der Güter sieht die Situation nicht besser aus: Befristete Arbeitsverhältnisse, Leiharbeit und mangelnde Absicherung durch fehlende Arbeitsverträge kennzeichnen diese Branche. Ebenso sind hohe Überstunden keine Seltenheit und die Vergütung erfolgt oft unter Mindestlohn, wodurch kaum die Lebenshaltungskosten gedeckt werden können. Wie auch bei der Förderung der Rohstoffe kommt es hier vermehrt zum Einsatz giftiger Stoffe unter mangelnden Arbeitsschutzbedingungen. Es kommt zu gesundheitlichen Folgen, wie ein erhöhtes Krebsrisiko oder Fehlgeburten.

Recycling

Fachgerechte Entsorgung elektronischer Geräte

Elektronische Geräte gehören aufgrund ihrer verwendeten Materialien und z. T. enthaltenen Schadstoffe nicht in den Haushaltsmüll, sondern müssen fachgerecht entsorgt werden.

In den meisten Fällen kann ein kaputtes Gerät einfach beim Elektronikhändler zurückgegeben werden, der für die weitere Entsorgung Verantwortung trägt. Vor allem bei kleineren Geräten (wie Smartphones) stellt dies kein Problem dar – größere Geräte (bspw. Kühlschränke) werden unter der Bedingung eines Neukaufes beim selben Händler zurückgenommen.

Weitere Möglichkeiten:

Verlagerung des Elektromüllproblems

Zwar gibt es ein europäisches Gesetz, das die Verlagerung des Elektromülls in andere Länder verhindern soll, jedoch kann dieses Gesetz relativ leicht umgangen werden. So entstehen vor allem in Ländern des globalen Südens riesige Elektromüllhalden auf Kosten der Bevölkerung und der Umwelt. Teilweise besteht die Möglichkeit, defekte Geräte zu reparieren und wieder zu verkaufen, jedoch wird der Schrott in den meisten Fällen zerlegt, um die wertvollen Rohstoffe zu erhalten; allerdings werden dabei enthaltene Giftstoffe freigesetzt. Da hier keine gesetzlichen Vorgaben zum Umgang mit Elektromüll bestehen, werden Mensch und Umwelt hohen Belastungen ausgesetzt. Auch hierbei sind gesundheitliche Probleme und Verschmutzung von Böden und Gewässern die Folge.

Was kann ich tun?

  • Geräte so lange wie möglich nutzen und regelmäßig warten, um Nutzdauer zu verlängern
  • Reparieren, statt neu kaufen; am einfachsten gelingt dies, wenn sich einzelne Teile ausbauen und ersetzen lassen (bswp. Akku vom Handy)
  • Gebrauchtware kaufen, statt Neukauf
  • Bei Neukauf auf Transparenz des Unternehmens achten: Faire Arbeitsbedingungen? Schutzmaßnahmen für Arbeiter und Umwelt?
  • Nicht mehr benötigte, noch funktionsfähige Geräte verschenken
  • In Trier: Repair-Cafe, wo auf Spendenbasis durch ehrenamtliche Helfer Geräte repariert werden können

Quelle:

WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V. (2020): Lebenszyklen eines IT-Produkts. – URL: http://www.pcglobal.org/

Excursus: Electronic devices

by Co-Ref. Alina

Thanks to the ongoing globalization and outsourcing of production facilities, the electronics market is regularly flooded with a flood of new products. But what exactly is needed for the new smartphone or game console? How does my buying behaviour of electronics affect the environment and above all: What to do when the laptop is broken?

As with many consumer-related topics, there are numerous sub-areas, from production, working conditions, transport to disposal, which appear questionable on closer inspection; in the following, we will concentrate on the lighting of production and recycling of electronic goods.

Production

The majority of electronic products are currently manufactured in Asia, especially in China. This outsourcing allows production costs to be saved and the profit for the company to be maximized. The up to 700 different raw materials required (e.g. copper, gold and aluminium) are primarily mined in countries of the global South, the extraction of which is sometimes associated with great expense and far-reaching consequences.

Environmental influences

Die Rohstoffgewinnung zieht auch für die Umwelt verheerende Folgen nach sich. So fallen bspw. für eine Tonne Kupfer 200 Tonnen Schutt an, der oftmals giftige Stoffe, wie Blei und Arsen, beinhaltet. Ebenso werden giftige Stoffe zur eigentlichen Gewinnung benötigt, etwa das extrem giftige Zyanid bei der Goldförderung.

Auch in der Weiterverarbeitung finden giftige Chemikalien erneut Einsatz, die nicht nur während der Anwendung negativ auf die Umwelt einwirken, sondern erneut bei ihrer Verschrottung, da diese toxischen Stoffe hier z. T. wieder freigesetzt werden.

Die verwendeten Chemikalien gelangen in die Umwelt, verschmutzen das Wasser und vergiften die Umwelt. Auch die Absenkung des Grundwasserspiegels in diesen Gebieten ist ein weiteres Problem, das die Austrocknung von Seen und Flussläufen zur Folge hat. Die landwirtschaftliche Nutzung auch weiter entfernter Gebiete ist von diesen Auswirkungen betroffen, ebenso die direkte Wasserversorgung der Bevölkerung. Auch gesundheitliche Probleme für Arbeiter und Anwohner gehen damit einher. Die Lebensqualität der gesamten Region leidet.

Working Conditions

In the extraction of raw materials, children are often used as workers. The workers have to perform the strenuous tasks without sufficient protective measures and without protective clothing. Likewise, they are not informed about existing dangers and health consequences and receive only a very low wage. Corruption and tax evasion give the responsible companies a very large profit margin – neither companies nor the government see it as their responsibility to create humane working conditions.

The situation is no better for the production of goods: Fixed-term employment contracts, temporary work and a lack of security due to a lack of employment contracts characterise this sector. Similarly, high overtime is not uncommon and the remuneration is often below minimum wage, which means that the cost of living can hardly be covered. As in the extraction of raw materials, toxic substances are increasingly being used here under inadequate occupational safety conditions. There are health consequences, such as an increased risk of cancer or miscarriages.

Recycling

Proper disposal of electronic devices

Electronic devices do not belong in household waste because of the materials used and the pollutants they contain, but must be disposed of properly.

In most cases, a broken device can simply be returned to the electronics retailer, who is responsible for further disposal. Especially for smaller devices (such as smartphones) this is not a problem – larger devices (e.g. refrigerators) are taken back on condition of a new purchase from the same dealer.

Further possibilities:

Shifting the problem of electrical waste

Although there is a European law that is intended to prevent the relocation of electrical waste to other countries, this law can be circumvented relatively easily. In countries of the global south in particular, huge electrical waste dumps are being created at the expense of the population and the environment. Sometimes it is possible to repair and resell defective equipment, but in most cases the scrap is dismantled to preserve the valuable raw materials; however, toxic substances are released in the process. Since there are no legal requirements for handling electrical waste, people and the environment are exposed to high levels of pollution. Here too, health problems and pollution of soil and water are the result.

What can I do?

  • Use equipment as long as possible and maintain it regularly to extend its useful life
  • Repair, instead of buying new; this is easiest to do if individual parts can be removed and replaced (bswp. battery from mobile phone)
  • Buy used goods instead of new
  • Pay attention to the transparency of the company when making new acquisitions: Fair working conditions? Protective measures for workers and environment?
  • Give away devices that are no longer needed and still functional
  • In Trier: Repair-Cafe, where equipment can be repaired by volunteers on a donation basis

Source:

WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V. (2020): Lebenszyklen eines IT-Produkts. – URL: http://www.pcglobal.org/

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